pie in the sky II exhibition

april 2014. wie schon sein vorgänger, war auch diese ausstellung für jugendliche unter 18 jahre untersagt. darüber im klaren, dass dieses publikum vielleicht schon weitaus hartgesottener daherkommt als so mancher, der bereits ein mehr an jahren vorweisen kann. jedoch sind die wenigsten bereit genug, um zu verstehen. daher zog es nikolai vor, der übrigens wieder die räumlichkeiten des lost & distorted bezog, der nächsten generation vorerst den einzug nicht zu erlauben.
»pie in the sky – unrealistische hoffnung II« fing da an, wo teil 1 aufhörte. in rotes licht getaucht und mit einer alten armeedecke vom vorraum (lediglich durch eine saloon-tür getrennt) abgeschottet, sticht einem sofort ein über die komplette gegenüberliegende wand gezogenes bild des zerbombten würzburg ins auge. in einer kleinen »insel« davor, ein hoch aufragender holzrahmen, in dem zerrissene und angekokelte gartenschürzen, braunhemden und nachthemden hingen. davor ein tv-gerät, in dessen eingeweiden leni riefenstahls »triumph des willens« lief und nikolai uns damit eine greifbare veranschaulichte kontroverse lieferte. daneben war ein mit steinen gebauter brunnen aufgebaut, aus dessen schlund armen ähnlicher stacheldraht schier einen weg aus dem dunkel suchte. hier war der besucher nun aktiv in die ausstellung mit einbezogen. denn konnte man durch das heraufziehen am stacheldraht eine am anderen ende verbundene leere flasche enthüllen, die mit lyrik versehen war. im gesamten ging es darum, dass die abgründe des menschen meist im dunkeln verborgen und beim weg an die oberfläche all zu oft mit schmerzen verbunden sind (durch den stacheldraht dargestellt). die lyrik selbst gab letztendlich nochmal direkten einblick in die bestie mensch. ein weiteres highlight waren nikolais interpretation der 7 todsünden, die er mittels tätowierter schweinehaut in einmachgläsern zur schau stellte.
auf fragen hin, weswegen er die ausstellung in zwei teile entgegnete nikolai den fragenden, die ausstellung definitiv an selbem ort zu realisieren, dieser aber nicht groß genug sei, das volumen der gesamten ausstellung auf einmal zu tragen.