way out west

einer dieser streifzüge durch kalifornien, die einem in ständiger erinnerung bleiben. diesmal setzen wir die nadel zu beginn auf die stadt san francisco. was soll man noch über die stadt und überhaupt über kalifornien erzählen, was nicht schon über zig travel-blogger, einheimische und diverse bücher und filme erzählt worden ist. nun, vielleicht einen abschnitt der eigenen geschichte. vielleicht berichten über die flucht in die freiheit. die flucht in die existierende, aber sich vehement versteckende perspektive. vielleicht aber machte sich abermals bloß ein junge auf, seinen sinnen zu folgen.
erinnerungen streifen den horizont. »während des aufenthaltes auf der gefängnisinsel alcatraz, ging ich langsam durch die auf beiden seiten von kleinen zellen flankierten gänge, bis mich eine gruppe von damen ansprach und mich schaudernd darauf hinwies, ich würde ihnen gänsehaut bereiten. ich rief mir den gedanken auf, meine stiefel, der halleffekt und die gleichmäßige geschwindigkeit meines schritts vermittelten wahrscheinlich ein unheimliches gefühl an so einem geschichtsträchtigen ort.
die fahrt über den »highway 101« die küste entlang runter nach los angeles war von abweichungen der geraden linie, dem gefühl der freiheit und einsamen stunden geprägt. selten lagen mir glück und traurigkeit so nah beieinander.
los angeles schließlich hielt, was los angeles versprach. ein topf voller abenteuer, begegnungen, entdeckungen, liebe, musik, gewalt und ein paar nächte hinter gittern.
die hollywood bowl war mir außerdem in besonderer erinnerung verblieben. aber auch long beach, mit seinem riesigen containerfriedhof, den yachthäfen und leckerem frischen fisch in mexikanischen restaurants. abends zieht es mich über den sunset blvd ins whiskey. ein drink. ein schwatz. gute musik. man kennt mich. schreibe am tor der paramount studios autogramme, erwidere rufe auf dem hollywood blvd. , fotografiere die high society auf den dächern der stadt. und ich geniesse es, dort oben der gefangenschaft inmitten der zusammengepferchten stadtlandschaft zu entkommen. ich beäugle schlachtschiffe aus dem zweiten weltkrieg und tausche mich aus mit der vielfalt im art district. ich wundere mich über eine maßlos überforderte infrastruktur, die einer zweimaligen olympiastadt keinesfalls zur ehre gereicht. über den smog, erdbeben und verheerende waldbrände rund um l.a. will ich gar nicht erst sprechen. gleichzeitig reizt kalifornien immer wieder als einzig wirkliches land der unbegrenzten möglichkeiten.«

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